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The Vatican’s Gay Anxiety  

David Berger is a Catholic (lay) theologian who was fired from a prestigious teaching post because he is openly gay. As such, he has a special insight into the significance of the Vatican theologian Msgr Krzysztof’s coming out as gay and partnered. He shared his views in an interview with Frankfurter Rundschau.

This is my own free translation:

The Catholic Church can no longer avoid the debate over gay priests. 

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The gay theologian David Berger talks in an interview about the outing of gay clergy Krzysztof Charamsa and about homosexuals in the Vatican. However, Berger leans against blessings for homosexual couples.

Mr. Berger, the Vatican summarily dismissed – in secular terms – the gay theologian Krzysztof Charamsa after his coming out . Was this grasping at crisis management?

In an attempt to demonstrate strength, the apparatus showed in truth its weakness and its vulnerability. The great legal tradition of the Catholic Church, of which we might actually be proud, in this moment is worth nothing any more, after the outwardly hostile attitude towards homosexuality is exposed as living a lie. Continue reading The Vatican’s Gay Anxiety  

Neuer Berliner Erzbischof über Ehe, Sex und Homosexuelle, und der Familiensynode

Die Ehe hält Erzbischof Heiner Koch nicht für das höchste Gut christlichen Lebens

  • Staatlich anerkannt. Der neue Berliner Erzbischof Heiner Koch legt im Wappensaal des Berliner Rathauses den staatlichen Treueeid ab. – FOTO: KNA

Sie sind in der Bischofskonferenz für das Thema Familie zuständig. Vielekatholische Positionen zu Familie, Ehe und Sexualität sind selbst Katholiken nicht mehr vermittelbar. Muss sich die Kirche anpassen?

Wir sehen Sexualität als integrierte Größe: Zwei Menschen lieben sich, ihre Liebe wächst emotional, körperlich und in unserem Verständnis auch geistlich-religiös. Die größte Freiheit ist erreicht, wenn zwei Menschen sich entscheiden, gemeinsam durchs Leben zu gehen, auch durch Krisen und Krankheit. Diese ganzheitliche Sicht halte ich für einen hohen Wert. Doch kaum jemand kennt diese Begründung, auch Christen nicht. Die Alternative wäre, Sexualität von Bindung zu trennen. Das finde ich nicht richtig.

Sie sprechen vom Ideal. Was ist, wenn es nicht funktioniert?

Das ist eine dramatische Frage. Wir müssen als Kirche sicherlich noch viel dazulernen, was den Umgang mit Brüchen, Unvollkommenheit und Schuld angeht.

Die Kirche muss viel dazulernen beim Umgang mit Brüchen

Warum schließt die Kirche Homosexuelle per se von ihrer ganzheitlichen Sicht aus?

Zu unserem Verständnis von gelungener Sexualität gehört die Weitergabe von Leben. Bei homosexuellen Menschen ist das ausgeschlossen. Damit ist die Sexualität aus unserer Sicht beschränkt. Das schränkt aber die Wertschätzung für diese Menschen in keiner Weise ein, so sehe ich das zumindest. So wie der Mensch ist, ist er erstmal gut. Als ich in Köln das Seelsorge-Amt geleitet habe, habe ich mich regelmäßig mit einer Gruppe schwuler Männer getroffen. Viele aus der Gruppe sind mittlerweile alt und stehen selbstverständlich zueinander, über Krankheiten, Schlaganfälle hinweg. Da ist nichts mehr mit erotischer Leichtigkeit. Aber das ist eh ein Klischee.

Die evangelische Landeskirche will die Segnung homosexueller Paare mit Trauungen gleichstellen. Was halten Sie davon?

Das ist nicht hilfreich. Es zementiert die Debatte.

In der katholischen Kirche bekommen Schwule und Lesben nicht mal einen Segen. Was spricht dagegen?

Wir haben Sorge, dass das mit Trauung verwechselt wird. Homosexuelle sagen: Unsre Beziehung ist anders als die von Paaren mit Kindern. Die Frage ist: Wie können wir differenzierte Wirklichkeiten ansprechen, ohne zu diskriminieren?

Solange die Kirche die Ehe so hoch hängt, fühlen sich die Ausgeschlossenen automatisch abgewertet.

Na ja, das Höchste ist die Ehe in der katholischen Kirche auch nicht.

Wie jetzt?

Jesus hat die Menschen aufgefordert, Ehe und Familie zurückzulassen und sich in die neue, größere Glaubensfamilie einzufügen. Auch wir zölibatär lebenden Priester fallen aus der Ehe raus. Ich würde das nicht in diese Wertigkeit reinbringen. Aber so lange sich jemand abgewertet fühlt, haben wir ein Problem.

Sie fahren im Oktober nach Rom zur Familiensynode. Was erwarten Sie?

Ich hoffe, dass alle dort bereit sind zu lernen, auch von den Erfahrungen anderer Länder und Kulturen. Es wäre schlimm, wenn es nur darum ging, die eigene Überzeugung machtvoll durchzusetzen.

Im Moment stehen sich Reformwillige und Bewahrer unnachgiebig gegenüber.

Ich hoffe, dass der Heilige Geist da Bewegung hineinbringt! Es ist auch abzusehen, dass die Debatte mit dem Ende der Synode am 26. Oktober nicht abgeschlossen sein wird.

Halten Sie eine dritte Synode für möglich?

Es würde der Sache gut tun. Das Thema Ehe und Familie ist nicht in Begriffe und Definitionen zu fassen, weil es um Beziehungen geht, das ist etwas Dynamisches. Es wird immer Menschen geben, die von festen Ordnungen nicht erfasst werden.

Der Fokus in der Bildung ist zu sehr auf die Verwertbarkeit des Wissens ausgerichtet

Was spricht dann dagegen, die bestehende Ordnung zu lockern? Etwa beim Umgang mit Menschen in zweiter Ehe? Die sind von den Sakramenten ausgeschlossen.

Am Eheverständnis will kaum jemand in der Kirche rütteln. Aber das ist ja vielleicht auch keine Frage der Ehe, sondern der Eucharistie. Auf den Punkt gebracht: Kann es menschliche Situationen geben, in denen jemand, der Schuld auf sich geladen hat, über alle Ordnung hinaus zur Eucharistie zugelassen wird? Würde Gott auf jeden Fall sagen: Der darf in der Eucharistie nicht zu mir kommen? Verkünden wir als Kirche etwas, was Gott so nicht sagen würde? Kommt Gott vielleicht gerade in dem, der gescheitert ist, auf uns zu?

Wird sich Franziskus bei der Synode durchsetzen? Manche meinen, davon hänge das ganze Pontifikat ab.

Diese Überhöhung ist das beste Mittel, um die Synode zum Scheitern zu bringen. Ich möchte nicht wissen, wie viele Kommentare von links wie rechts schon in den Schubladen liegen nach dem Motto: „Die haben die Wahrheit verkauft“ oder auf der anderen Seite: „Die haben die Menschen vergessen“. Das macht mir große Sorgen, denn wir werden auch am Tag danach miteinander umgehen müssen.

Ihr Vorgänger hat im sozialen Brennpunkt in Wedding gewohnt. Sie ziehen nach Lichterfelde. Warum?

Das hat sich so ergeben. Ich ziehe in ein Pfarrhaus, das gerade in Wohnungen umgewandelt wird. Ich habe da drei Zimmer, Küche, Bad. Da kann ich in der Gemeinde mitleben und bin irgendwo zuhause in dieser großen Stadt. Noch schöner wäre eine zentralere Lage, damit ab und zu mal jemand vorbei kommt und klingelt. Das wird da draußen wohl nicht passieren.

Wer weiß. Vielleicht wird das ein neuer Pilgerort?

Jetzt sagen Sie nicht, ich bin eine Reliquie!

Erzbischof mit Faible für den Osten

Heiner Koch, 61, ist ein aufgeschlossener Rheinländer mit Sinn für Humor. Er stammt aus Düsseldorf, studierte Theologie, Philosophie und Erziehungswissenschaften und begann als Jugend- und Studentenpfarrer in Köln. Das Engagement für Jugendliche, für Frauen und Familien setzte er auch als Leiter des Seelsogeamtes im Kölner Erzbistum fort, als Generalvikar und als Kölner Weihbischof. 2005 verantwortete er den Weltjugendtag in Köln. In der Bischofskonferenz ist er für das Thema Familie zuständig und fährt im Oktober nach Rom, wo die Bischöfe aus der ganzen Welt über Familie und Ehe beraten.

2013 schickte ihn Papst Franziskus als Bischof nach Dresden-Meißen. Dort habe er Bescheidenheit gelernt, sagt er, was er für eine sehr wichtige Tugend hält, gerade auch für die Kirche. Am morgigen Sonnabend um 11 Uhr wird er in St. Hedwig in sein Amt als Berliner Erzbischof eingeführt. Er zieht in ein Pfarrhaus in Lichterfelde, wo er in der Gemeinde mitleben könne, was er gut findet. Eine zentralere Lage wäre ihm noch lieber, „damit ab und zu mal jemand vorbei kommt und klingelt“.

Tagespiegel

Synod Secretary General: The Church Must Include, not Exclude. 

Cardinal Baldisseri Fires Back at Sessa Aurunca

Cardinal Baldisseri, Synod secretary general

“The art of accompaniment”

“The crisis of the family is due also to the inaction of the Church” that is increasingly called to “listen” and “accompany”, to “include” rather than “exclude”, to offer the right tools so that everyone can discover, live and witness to “the incomparable beauty of marriage.” Because the family “is not just a cluster of problems”, but it is especially the Gospel, that is good, good news to announce.   On the very eve of the Ordinary Synod of Bishops dedicated to the vocation and mission of the family, the Cardinal Secretary General Lorenzo Baldisseri is clear.   Speaking Tuesday afternoon, 15 September, at the pastoral conference of the Diocese of Sessa Aurunca, he summarized the course of the synod from the extraordinary assembly last year and highlighted key issues and expectations related to the work that the nearly three hundred global bishops will conduct for three weeks from Oct. 4.

First, the cardinal revealed the “challenges and fragility of the family in today’s context.”   To be able to announce to the world the beauty of the family, in fact, it must shed light on the shadows that, unfortunately, exist in an era in which a pervasive anti-family mentality is spreading, touted as a way of emancipation.   Three challenges are particularly serious and urgent: that of ”individualism and emotional fragility”, that of “lack of faith” and the challenge “of economic insecurity and social exclusion.”  Without forgetting, added the cardinal, the “ecological crisis” that is also “human”.

In the face of all this – and the synod will be called to give “authoritative and shared” answers – the Church must first of all discover “the art of ‘accompanying’: involving engaged couples, families already established and those that are “wounded”, living, that is, in “irregular” situations.  “Without ceasing – said the secretary general of the synod – to proclaim the truth: the Christian doctrine on marriage unique, faithful and indissoluble,” the Church must “discern between different situations” and “include” rather than “exclude.”   The entire Church – not just the hierarchy, but the entire people of God – must present itself as “a mother with arms open to all”

L’Osservatore Romano

Cardinale Baldisseri: La Chiesa deve «includere» piuttosto che «escludere».

Rilanciata dal cardinale Baldisseri a Sessa Aurunca

Cardinal Baldisseri

L’arte dell’accompagnamento

«La crisi della famiglia è dovuta anche alla latitanza della Chiesa» che è chiamata sempre più ad «ascoltare» e «accompagnare», «includere» piuttosto che «escludere», offrire i giusti strumenti affinché tutti possano riscoprire, vivere e testimoniare «la bellezza incomparabile del matrimonio». Perché la famiglia «non è solo un agglomerato di problemi», ma è soprattutto Vangelo, cioè una buona e bella notizia da annunciare. Nell’immediata vigilia del Sinodo ordinario dei vescovi dedicato alla vocazione e alla missione della famiglia, il cardinale segretario generale Lorenzo Baldisseri parla chiaro. Intervenuto martedì pomeriggio, 15 settembre, al convegno pastorale della diocesi di Sessa Aurunca, ha tracciato una sintesi del percorso sinodale fin qui percorso a partire dall’assemblea straordinaria dello scorso anno e ha evidenziato temi e aspettative relativi al lavoro che i quasi trecento vescovi di tutto il mondo porteranno avanti a partire dal 4 ottobre per tre settimane.

Innanzitutto il porporato ha fatto emergere «sfide e fragilità della famiglia nel contesto odierno». Per poter annunciare al mondo la bellezza della famiglia, infatti, bisogna gettare luce sulle ombre che, purtroppo, non mancano in un’epoca in cui «si diffonde con pervasività una mentalità “anti-famiglia”, propagandata come via di emancipazione». Tre le sfide particolarmente gravi e urgenti: quella dell’«individualismo e della fragilità affettiva», quella della «mancanza di fede», e la sfida «della precarietà economica e dell’esclusione sociale». Senza dimenticare, ha aggiunto il porporato, la «crisi ecologica» che è anche «umana».

Di fronte a tutto ciò — e il sinodo sarà chiamato a dare risposte «autorevoli e condivise» — la Chiesa deve anzitutto riscoprire «l’arte dell’accompagnamento»: che coinvolga i fidanzati, le famiglie già costituite e quelle «ferite», che vivono, cioè, situazioni «irregolari». «Senza rinunciare — ha spiegato il segretario generale del sinodo — a proclamare secondo verità la dottrina cristiana sul matrimonio unico, fedele e indissolubile», la Chiesa deve «discernere tra le diverse situazioni» e «includere» piuttosto che «escludere». Al mondo intero la Chiesa — non solo le gerarchie, ma l’intero popolo di Dio — deve mostrarsi come «madre dalle braccia aperte per tutti»

L’Osservatore Romano